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Ode an das Winterradfahren

Nach einer wahren Begebenheit...

 

Der Wecker reißt mich aus dem Schlaf und aus ists mit dem schönen Traum,

der Weg führt mich zugleich ins Bad, hab bald den Mund voll Zahnputz-Schaum.

Ich wage einen Blick nach draußen: Finster ist es noch - oje,

doch ich öffne meine Augen und bemerke gleich den Schnee!

 

„Juhuuu der erste Schnee im Jahr“ denk ich mir und mach einen Sprung,

ich lauf zu Flo und spring aufs Bett: Er dreht sich um und stöhnt „Warum?“

Na gut, ich lass ihn weiterschlafen und ich gehe rein ins Bad,

währenddessen überleg ich, „fahr ich heute mit dem Rad?“

 

Es schneit und schaut sehr rutschig aus, ich überlege hin und her,

plötzlich schau ich auf die Uhr und merke, ich hab keine Zeit mehr.

Schnell die Jacke angezogen, Schuhe, Haube, Radhelm, Schal,

Abschiedsbussi Flo gegeben, „Hab dich lieb“ sag ich noch mal.

 

Raus und runter und dann rüber zu dem Fahrradabstellraum,

auf dem Weg ists eisig glatt und ich rutsch fast in den Zaun.

„Huii“ denk ich mir, „es ist glatt“ das radln wird gefährlich heute,

steig aufs Rad und fahre los, seh ringsumher verschneite Leute.

 

Es ist so wunderschön und weiß, so ruhig auch, ich bin begeistert,

und ich bin sehr stolz auf mich, da ich die Strecke gut gemeistert.

Naja es waren erst 10 Meter aber es geht wohl voran,

ich fahre vorsichtig und ruhig, ich freu mich sehr – aber dann:

 

Das nächste Stück auf meinem Weg führt einen kleinen Berg hinunter,

spür die Glätte unter mir, bin ganz nervös und völlig munter.

Ich werde schnell, mich friert es sehr, bald ist die nächste Kreuzung da,

auf einmal fährt ein Auto her, nimmt mir die Vorfahrt - es ist wahr.

Winterliche Radlerin im Schnee
Winterliche Radlerin

Ich bremse schnell und spür das Rutschen, im nächsten Augenblick – oh nein,

lieg ich am Boden, rutsch dahin und hoff „nur nicht ins Auto rein!“

Ich liege da, bin ganz benommen, sehe, dass das Auto steht,

die Fahrerin entschuldigt sich und fragt mich wie es mir denn geht.

 

Ich stehe auf und merke gleich – alles ok, nichts ist passiert,

such meinen Rad Korb, Lampe, Tasche damit nichts überfahren wird.

Es liegt alles kreuz und quer herumverstreut am Straßenrand,

ich klaube alles mühsam auf und lehn mein Radl an die Wand.

 

Plötzlich merk ich – so was Blödes – in der Hose ist ein Loch,

durch den Sturz ganz aufgerissen und ich denk mir: „Das auch noch!“

Also pack ich meine Sachen, schieb mein Rad und humple heim,

denke mir so währenddessen: „Heute solls wohl der Bus sein!“

 

Am nächsten Tag geht’s wieder los, ich frag mich als ich steh im Bad,

es schaut so schön da draußen aus, fahr ich heute wieder mit dem Rad?

Natürlich steig ich wieder auf und fahr zur Arbeit mit viel Schwung,

ein solcher Sturz hält mich nicht auf, das Radln hält mich ewig jung!

 

Und die Moral von der Geschicht?

Wenns rutschig ist, radl ich nicht (mehr)! :-)

Durch den winterlichen Prater radeln
Mein Arbeitsweg durch den winterlichen Prater

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Kommentare: 6
  • #1

    Judith (Freitag, 05 Januar 2018 00:21)

    Wie poetisch, bin begeistert :-)

  • #2

    Radlerin (Freitag, 05 Januar 2018 07:12)

    :-) danke

  • #3

    regina (Freitag, 05 Januar 2018 09:05)

    ein genialer Beitrag Anna! :)

  • #4

    Radlerin (Freitag, 05 Januar 2018 12:00)

    Danke liebe Regina :-)

  • #5

    Christine (Mittwoch, 10 Januar 2018 15:50)

    Anna, du bist eine große Dichterin!

  • #6

    Radlerin (Mittwoch, 10 Januar 2018 19:15)

    Oh danke für das Kompliment :-)